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Weiterer Schritt zur Entdollarisierung

Weiterer Schritt zur Entdollarisierung BRICS Zahlungssystem stößt auf weltweites Interesse / Bild: cobricsinsight.com

Die BRICS-Staaten planen die Schaffung eines auf digitalen Währungen und Blockchain basierenden Zahlungssystems.

Seit Beginn des Jahres 2024 hat Russland den tournusmäßigen Vorsitz in der Vereinigung der BRICS-Staaten. Am 5. März gab der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, auf einer Pressekonferenz in Moskau bekannt, die Mitgliedsstaaten planten ein Zahlungssystem, das auf modernen Technologien wie Digitalwährungen und Blockchain basiert. Ziel sei es, ein unabhängiges Abrechnungssystem im Rahmen der BRICS zu schaffen, das die Staaten anstelle des US Dollar einsetzen könnten. Ushakov betonte die Vorteile für die Länder, ihre Bevölkerung und Unternehmen, weil sie keine hohen Kosten verursachten und frei von politischer Einflussnahme sein würden.

Er wies darauf hin, dass eines der BRICS-Ziele für dieses Jahr darin bestehe, die Rolle der Assoziationsländer im internationalen Währungs- und Finanzverkehr zu stärken. Darüber hinaus erklärte er, dass Anstrengungen unternommen würden, um einen Mechanismus für einen Pool bedingter Devisenreserven weiterzuentwickeln, wobei der Schwerpunkt auf der Verwendung anderer Währungen als dem US-Dollar liegen soll. Der Berater Putins erklärte auch, dass die Russische Föderation trotz der vom Westen verhängten Sanktionen weiterhin nach Möglichkeiten für eine ungehinderte wirtschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Bündnisses suchen werde.

Am 3. März hatte der äthiopische Botschafter in Russland, Cham Ugala Uryat, Verhandlungen über die Verwendung nationaler Währungen im zwischenstaatlichen Handel gefordert. Er äußerte die Hoffnung, dass diese Verhandlungen bald stattfinden würden. Ihm zufolge ist die Verwendung nationaler Währungen ein gutes Format für die Zusammenarbeit. Er nannte Russland, China, Indien und Saudi-Arabien als Beispiele. Äthiopien ist seit Januar ein neues Mitglied der BRICS.

Am 28. Februar hatte das russische Finanzministerium angekündigt, dass es zusammen mit der Bank von Russland und Partnern im Rahmen der BRICS-Vereinigung eine Reihe von entsprechenden Initiativen vorbereiten werde. Eine dieser Initiativen bestehe darin, die Schaffung einer multilateralen digitalen Abwicklungs- und Zahlungsplattform mit der Bezeichnung „BRICS-Brücke“ zu erwägen. Denn die Mitglieder der Vereinigung legten besonderen Wert darauf, die Verwendung nationaler Währungen im gegenseitigen Zahlungsverkehr zu erhöhen und eine unabhängige, gleichermaßen zugängliche Finanzinfrastruktur zu schaffen.

Während eines Gipfeltreffens in Sao Paulo, Brasilien, erklärte der stellvertretende Finanzminister der Russischen Föderation, Iwan Tschebeskow, dass die Mehrheit der BRICS-Mitglieder die Abkehr vom US-Dollar und die Umstellung auf nationale Währungen wollen und entsprechende Schritte unterstützen. Am 1. Januar hatte der russische Präsident Wladimir Putin bekannt gegeben, dass etwa weitere 30 Länder Interesse an einem Beitritt zu BRICS bekundet haben. Er erklärte, die Vereinigung gewinne immer mehr an Unterstützung. Während des russischen Vorsitzes in diesem Jahr werde man daran arbeiten, ihre Rolle im internationalen Währungs- und Finanzsystem zu stärken.

BRICS besteht gegenwärtig aus zehn Ländern: Russland, Brasilien, Indien, China, Südafrika, Ägypten, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien und Äthiopien.

Aber es sind nicht nur die BRICS, die immer weniger Interesse verspüren, amerikanischen Sanktionen ausgesetzt zu sein. In diesem Zusammenhang hat die Diskussion über die beschlagnahmten russischen Währungsreserven selbst in der EU zu nachdenklichen Stimmen geführt. Auch hier wird an digitalen Alternativen gearbeitet, um dem steigenden Druck des US Finanzsystems standhalten zu können. So erklärte Ende Februar Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, man sei den amerikanischen Zahlungsdiensten gegenüber zwar nicht negativ eingestellt, aber

„wir müssen aus europäischer Perspektive unsere eigenen Möglichkeiten haben. Der digitale Euro ist für Europa eine kritische Infrastruktur und hat für die Bundesbank Toppriorität.“

Quellen und Verweise:
BRICS plans to create a payment system based on digital currencies and blockchain
Der digitale Euro hat für die Bundesbank Top-Priorität
Der folgerichtige Aufstieg Russlands, scienzz 06.03.2024

 


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