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Wie kommt es zu der aktuellen Preisexplosion der Energiekosten?

YouTube/Cashkurs.com

Wie der Strommarkt funktioniert, ist fast genau so schwer zu verstehen wie das Finanzsystem, doch angesicht der momentanen Entwicklung wird zur Zeit viel darüber veröffentlicht und manches bringt etwas Licht ins Dunkel.

Hilfreich für ein besseres Verständnis fand ich persönlich ein Kommentar von Wolfgang Kiene, ein Video von Dirk Müller und ein Fachartikel auf Spektrum.de und teile sie deswegen an dieser Stelle.

Kommentar von Wolfgang Kiene, Geschäftsführer von Maka Windkraft

Täglich dreht sich mir der Magen um. Nachrichten über Preise und speziell Strompreise – ich kann das nicht mehr hören. Warum?

Weil die Politik nicht an die Wurzeln geht. Strom ist knapp und teuer. Das Letze stimmt so gar. Doch knapp? Unser Windpark in Fürstenau läuft nur noch wenig. Zumindest, wenn Wind weht. Nicht, weil die Maschinen defekt sind. Nicht etwa, weil das Netz knapp ist. Nein. Weil an der Börse gezockt wird.

Wir als Windkraftbetreiber sind an diese Börse gezwungen worden. Vom Gesetzgeber. Jetzt heißt es, wir bekommen zu viel für unseren Strom. Für den Monat August 2022 gab es rund 46 Cent für unsere Produktion an der Börse. Dafür muss man sich schämen. Das darf man niemanden erzählen. Aber wir können nichts dafür. Wir müssen an die Börse. Wenn der Strom wenigstens knapp wäre und wir liefern auf Angebot und Nachfrage für diesen Preis. Nein.

Aktuell: Heute ist Samstag, 17. September 2022. Unser Park könnte pro Stunde rund 8.000 KWh produzieren. Er ist aber abgeregelt. Abgeregelt, weil an der Börse wieder spekuliert wird. Jetzt sollte uns das gar nicht stören. Wir bekommen nämlich den abgeregelten ,,Strom” voll vergütet. Zahlt ja der Kunde. Dem wird erzählt, der Strom sei knapp und er müsse sparen. In Wahrheit zahlt er den abgeschalteten und den dadurch verknappten Strom und weiß nicht, wie er das stemmen soll. Pervers. Sorry.

Hunderttausende Kilowattstunden sind so schon bei uns nicht produziert worden. Weil die Politik das gar nicht auf dem Schirm hat. AKWs einschalten, weil der Strom knapp ist. Kohle wieder verbrennen, weil der Strom knapp ist und auch ordentlich noch Gas in die Kraftwerke, weil der Strom knapp ist. Und Windparks ausstellen – damit der Strom knapp bleibt. Lieber Stromkunde: Sie werden verarscht und wir auch.

Ich möchte gern den nächsten Bäcker mit bezahlbarem Strom beliefern, die nächste Siedlung oder die nächste Fabrik. Ich darf es nicht. Weil die Großen das Geschäft machen, für sich und nicht für die Allgemeinheit. Und die Politik spielt mal wieder mit.

Quelle: https://www.makawind.de/index.php?show=news

Video mit Dirk Müller

Das oben eingebettete Video ist besonders interessant, weil sich der Börsenexperte, Dirk Müller, auf die Marktdaten der hochoffiziellen Bundesnetzagentur bezieht. Diese Daten können hier abgerufen werden und ermöglichen, den Stromverbrauch und andere Informationen für selbstgewählte Zeitfenster oder einzelne Tage zu analysieren.

Sinnvollerweise sollte das Video am PC-Bildschirm angeschaut werden, sonst sind Kurven und Zahlen auf kleinen Handy-Displays nicht zu erkennen.

Warum das teure Gas auch den Strompreis mit nach oben reißt

Ein ausführlicher Fachartikel auf Spektrum.de

Hier erfahren Sie u.a. Näheres über das sogenannte "Merit-Order-Prinzip", eine Regel, die beim Strompreis eine zentrale Rolle spielt. Sie abzuschaffen wäre anscheinend ein wichtiger Schritt, um der unheilvollen Preisspirale aufwärts zu stoppen.

 


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