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An der Schwelle zur neuen Weltordnung

Eine Antwort auf die Befürchtung, dass nach dem Beginn des Ukrainekrieges ein Angriff der USA bzw. der NATO auf Russland zu erwarten sei, erfordert eine eingehendere geostrategische Einschätzung der Weltlage. Endlich, so könnte man auch sagen, gerät die geostrategische Situation in den Fokus.

Nach zwei Jahren Pandemie und Themenschwerpunkten im Bereich Demokratie bzw. Verlust demokratischer Rechte und der Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit erscheint eine globale Einordnung dessen, was sich da entwickelt und verändert hat, notwendig. Und es fördert auch erstaunliche Einsichten zu Tage.

Ausgelöst durch die Frage eines Freundes, ob nach dem Beginn des Ukrainekrieges ein Angriff der USA bzw. der NATO auf Russland unmittelbar bevorstünde, erschien die Frage einer eingehenderen geostrategischen Einschätzung der Weltlage auf der Hand zu liegen. Endlich, so könnte man auch sagen, gerät dies in den Fokus. Nach zwei Jahren Pandemie und Themenschwerpunkten im Bereich Demokratie bzw. Verlust demokratischer Rechte und der Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit erschien eine globale Einordnung dessen, was sich da im Schweinsgalopp entwickelt und verändert hat, notwendig. Es förderte auch erstaunliche Einsichten zu tage.

Nein, der große Krieg, der Atomkrieg steht in den kommenden Wochen nicht ins Haus. Aber damit ist er nicht ausgeschlossen. Der Krieg in der Ukraine ist höchstens ein Zwischengeplänkelt, auch wenn dieser Begriff angesichts des Sterbens von Menschen despektierlich klingen mag. Man könnte es auch ein Etappenziel nennen, das auf dem verhängnisvollen Weg zur großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen dem alten Hegemon und seinen Herausforderern durchlaufen wird. Ein Etappenziel für beide Seiten. Um dies zu verdeutlichen will ich zwei Thesen plus eine offene Frage voranstellen, die diesem Text zu Grunde liegen:
Erstens, wir erleben die Geburt einer neuen Weltordnung und, zweitens, die eigenständige Rolle Europas findet ihr Ende. Der alte Kontinent, vor allem Deutschland, hat sich widerstandslos in die Vasallen Rolle begeben. Aber, und das ist die Frage, wo wird Europa am Ende dieses Prozesses zu finden sein?

Die EU mag sich selbst noch als wirtschaftlichen Riesen empfinden und sich in ihrer Außendarstellung als Partner der USA und als Gegenspieler Russlands aufführen, aber die Bedeutung des alten Kontinents hat sich längst verändert. Es gibt kluge Beobachter, wohl gemerkt keine Propagandisten, die postulieren, die EU sei als eigenständiger Player an ihr Ende gekommen, der alte Kontinent sei politisch tot. Vor allem Deutschland werde als bedingungsloser Follower der USA einen Niedergang erleben und verkümmern. Das werde sich auch bald ökonomisch auswirken. Aktuell mag das sicher zu treffen, alle Anzeichen sprechen dafür. Es bezieht sich aber vorerst nur auf die direkt vor uns liegende Zukunft, gewissermaßen auf die direkten Auswirkungen des Ukraine Krieges, wie immer er auch ausgehen mag. Deutschland ist Nato-Land.

Die längerfristigen Konsequenzen werden eine andere Sache sein, aber genau sie sind es, die bereits heute das Handeln der Supermacht USA wie auch Russlands - und vor allem Chinas - bestimmen. Ob die EU das bereits selbst so sieht, mag dahingestellt sein. Vor allem die Bedeutung des Bündnisses von Russland und China wird vielfach übersehen. Insofern mag es zwar nicht falsch sein zu formulieren, dass wir gegenwärtig die letzte Phase einer unipolaren Welt miterleben und dies auf den Niedergang des alten Hegemons USA beziehen. Der Ukraine Krieg mag so etwas wie der Abschwung einer nahezu hundertjährigen Epoche sein. Zugleich ist er auch Ausgangspunkt einer neuen geostrategischen Ordnung, die zumindest für einen noch unbestimmten Zeitraum zu einer bi- oder multipolaren Ordnung führen wird. Aber wie sich diese Kräftekonstellation darstellt und wo Europa einzuordnen sein wird, bleibt eine offene Frage.

Krieg als Vorbereitung zum Krieg

Bleiben wir vorerst bei der gegenwärtigen Phase, also dem was sich rund um den Ukraine Krieg abspielt. Die USA wissen um ihre geostrategischen Probleme, die übrigens nicht auf diesen westlichen Teil der Hemisphäre beschränkt sind. Auch auf der anderen Seite der Erdkugel im asiatischen Raum gibt es viel Bewegung, etwa im Südchinesischen Meer, aber auch rund um Taiwan und in Japan. Man könnte diese Situation als eine fortschreitende geostrategische Umklammerung des alten Hegemons charakterisieren und dessen Versuche, sich dem zu entziehen. Gleichzeitig bleiben die USA aber die stärkste Macht und sind militärisch nicht angreifbar.

Allerdings erscheint das momentan ein irrelevanter Status, denn angesichts der russischen und chinesischen Atomwaffen ergibt sich daraus für keine der Seiten eine aktuelle militärische Option. Zumindest vorerst. Ein anderes Bild bietet sich bei der ökonomischen Betrachtung der Kräfteverhältnisse. China ist längst die global führende Wirtschaftsmacht und hat die USA systematisch von dieser Position verdrängt. Aus beiden Aspekten ergibt sich, dass von beiden Seiten vorerst keine Gefahr eines Angriffskrieges ausgehen dürfte. Noch werkeln die Kontrahenten an ihren Ausgangspositionen. Die Gefahr, dass ein Doktor Seltsam jederzeit auf den roten Knopf drücken könnte, wollen wir hier bei Seite lassen.

Die US-Politik bzw. die Nato-Osterweiterung, die als Ursache für den Ukraine Krieg angesehen werden muss, zielt auf die europäischen NATO-Verbündeten. Sie sollen kriegsfähig und kriegsbereit gemacht werden. Und zwar im Eiltempo. Denn das sind sie mental noch militärisch noch nicht. Man erinnere sich an die recht erfolglosen Versuche von Ex-Präsident Donald Trump, bei den NATO Staaten das zwei Prozent Plafond in Sachen Rüstungsausgaben durchzusetzen. Aus US-Sicht handelt es darum, den „europäischen Hühnerstall“ zu disziplinieren, die EU als ein ausführendes Organ amerikanischer Politik zu reorganisieren und für die kommenden Aufgaben in der NATO neu aufzustellen. Gerade weil die USA, trotz unglaublicher Rüstungsanstrengungen, die Auseinandersetzung mit den neuen Konkurrenten nicht von vorneherein als aussichtsreich ansehen, müssen die Europäer die "atlantische Flanke" im Militärszenario der Amerikaner sichern und dem Hegemon den Rücken frei halten.

Dieses Ziel, das lässt sich heute, mit einigen Fragezeichen versehen, als erreicht ansehen. Die Europäer haben sich gebeugt. Zwei Jahre Pandemiepolitik haben die Bevölkerung fügsam gemacht. Die Regierungen waren es schon vorher. Die EU-Staaten werden aufrüsten, dies alles aus eigener Tasche bezahlen und sich gehorsam auf den Krieg der Amerikaner vorbereiten. Es wird also eine andere Rolle sein, welche die Europäer und die EU spielen werden. Sie werden nicht nur die Vasallen der USA sein, die nun an der kurzen Leine geführt werden, sie werden auch das Kanonenfutter stellen. Das kann man durchaus als den politischen Tod eines selbständigen Europas bzw. der EU verstehen.

Dieser Tod der EU kündigte sich seit Längerem an. Den finalen Genickschuss erlebte der alte Kontinent in den letzten beiden Jahren. Vollstrecker war der Club der Oligarchen rund um den Davos Cluster, der sich hochtrabend World Economic Forum (WEF) nennt. Er hatte seit Jahren die vermeintlichen Eliten in Regierungen und Parlamenten geschult und sie auf transatlantische Lehr- und Glaubenssätze und deren Zukunftskonzept, Stichwort The Great Reset, eingeschworen. Das, was man in der Psychologie über das "gemeine Volk" spricht, gilt auch für die von sich selbst so überzeugten "Eliten" Europas. Man hat es Ihnen so lange eingebläut, bis es saß. So wurde aus den "Eliten", dank Klaus Schwab und seinen Grundausbildern, das was Sie schon lange waren: devote atlantische Huren, die bereit sind, alles für ihre US-Herren zu tun. Das gilt auch für Grüne wie Linke in Deutschland.

Rolle rückwärts in der Energiefrage

In Zentrum der US Politik steht dabei naturgemäß Deutschland. Es ist die zentrale Macht Europas, von der das Verhalten der Kontinental-Europäer abhängt. Die Briten hatten ja bereits vorher mit dem Brexit das europäische Schiff verlassen und sich, gewissermaßen als Revival des alten Commonwealth, zusammen mit Kanada, Australien und Neuseeland zur direkten Stützung des US-Imperialismus entschlossen. Auch das dürfte auf das Wirken des WEF zurückzuführen sein. Wie weit die europäische Unterwürfigkeit der jeweiligen politischen "Eliten" reicht, sei dabei am Beispiel Deutschlands in der Energiefrage dargestellt.

Obwohl die deutschen Energiekonzerne ihr Erdgas-Geschäft zu einer europäischen Drehscheibe mit Speichern, Kavernen und einem dichten Pipelinenetz in der Mitte Europas ausgebaut hatten - eine Vervollständigung sollte die zweite Ostseepipeline North Stream II mit Russland darstellen - war die Ampelkoalition bereit, auf das günstigere russische Erdgas zu verzichten. Das sei Solidarität mit der Ukraine wurde als Begründung angegeben. Als ob kapitalistische Unternehmen jemals auf Profite zugunsten von Freundschaft oder Solidarität verzichtet hätten. Da braucht es schon massive politische Erpressung und gekaufte Parteigänger, um die eigene wirtschaftliche Existenz so auf der Resterampe politischer Willfährigkeit zu verscherbeln. Das hat sogar die Energiewende- und Klimaschutzbewegung infiziert, die sich vor lauter Solidaritätsbekundungen mit der Ukraine kaum noch einkriegt. Solidaritätsgefühle, die Ihnen bei vorausgegangenen Völkermorden nicht im Traum eingefallen wäre. Die Forderung nach 100% erneuerbaren Energien ist angesichts dieses Kotaus zur reinen Fassade verkommen. Auch einem Revival der Atomenergie dürften sie sich nicht mehr in den Weg stellen.

Kampf um die eurasische Landmasse …

Betrachtet man diese globale Aufstellung, die im Nebelschleier des Ukraine Kriegs stattfindet, wird klar, dass es geographisch um die Beherrschung der kompletten eurasischen Landmasse geht. Der Kampf um die neue Weltordnung beschränkt sich nicht mehr alleine auf die Region der „strategischen Ellipse“, jene Region, wo die Mehrzahl aller fossilen Roh- und Brennstoffe zu finden sind. Diese standen jahrzehntelang im Zentrum amerikanischer Weltmachtpolitik. Ebenso wie der Versuch, Deutschland und Russland immer von einander abzuspalten. Nun liegt der Fokus auf dem Kampf um das komplette Territorien der neuen Konkurrenten und wohl, neben kleineren Staaten, auch auf dem des indischen Subkontinents. Das alles dürfte gleichwohl auch für China gelten, was deren Großprojekt der Seidenstraße veranschaulicht. In dieser Konkurrenz liegt tatsächliche die große Kriegsgefahr, die der Menschheit zum Verhängnis werden könnte.

Bleibt die Frage nach Europa. Wie und wohin orientiert sich der alte Kontinent, will er nicht als Opfer übermächtigen Großmachtstrebens enden. Manche werden spontan denken, eine solche Entwicklung sei unausweichlich. Wenn nicht als US-Provinz wird Europa zum Teil eines neuen Imperiums werden, das vom Pazifik bis zum Atlantik reicht. Eben die komplette eurasische Landmasse. Solange man geostrategisch und in den bisherigen Kategorien der menschlichen Entwicklung denkt, dürfte sich das als eine der möglichen Entwicklungslinien ergeben. Aber wird das zwangsläufig so sein? Mit den Bestrebungen des WEF, das den Vorstellungen chinesischer Gesellschaftsingenieure und Parteistrategen nicht so fremd ist, dürfte beides keine Perspektive, weder für Europa noch für die Menschheit insgesamt, darstellen.

… oder gegen die Krise der Menschheit

Das mag im ersten Augenblick „alternativlos“ klingen, um eine abgetakelte deutsche Kanzlerin zu zitieren. Doch ist dem wirklich so? Die Gegenkraft, die sich gegen die globale Pandemiepolitik entwickelt hat, ist, so zart dieses Pflänzchen auch sein mag, mehr als nur ein Zurück zur sogenannten alten Normalität. Da wird die Frage nach einer neuen Stufe der menschlichen Entwicklung inzwischen offen diskutiert – auch wenn das bislang nur bei Wenigen angekommen sein mag. Bislang hat sich die Mehrheit der Menschen, getreu den Vorgaben der Bibel und anderer monotheistischer Auslegungen, als Krone der Schöpfung gesehen. Aber damit werden die Probleme, die sich die Menschheit, vor allem seit der Existenz des Kapitalismus selbst geschaffen hat, nicht zu lösen sein. Auch und gerade diese Entwicklung geht zu Ende. So gesehen ist das, was manche als Zeitenwende bezeichnen, eine Krise der Menschheit im umfassenden Sinn. Jedenfalls mehr als nur eine geostrategische Neuordnung. Die Vorstellungen der Gesellschaftsingenieure, ob aus Davos oder Peking, werden die Krise des Menschseins nur noch potenzieren. Diese Betrachtung müssen wir in den Mittelpunkt unseres Denkens und Strebens rücken.


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