Harter Lockdown ohne erkennbare Wirkung

Der Eindruck besteht schon lange: Die Lockdown werden stetig verschärft, jedoch ohne einen erkennbaren Effekt.

Nun untermauert eine Studie von Benavid e.a. unter Mitwirkung von Ioannidis dies wissenschaftlich.

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." (Albert Einstein zugeschrieben)

Die Regierungen ziehen zur Begründung des Lockdowns Modellrechnungen heran, die Reduktionen der Reproduktionszahl um bis zu 81% vorhersagen. Da diese aber in keinerlei Weise an empirische Daten gebunden sind, sind diese Ergebnisse eher "angenommen als berechnet" monieren die Forscher (vgl.: Der Lockdown als selbsterfüllende Prophezeiung).

Um die Wirksamkeit der Lockdown im Zeitraums vom 15.2. bis 15.4.2020 zu untersuchen, greifen die Autoren der Studie daher auf ein statistisches Modell zurück, das stärker empirisch fundiert ist. In diesem Modell sei die größte Herausforderung, dass als Vergleichszahlen die Reproduktionszahlen vor den politischen Eingriffen benutzt werden, obwohl diese von sich aus nicht konstant, sondern sehr stark zeitabhängig sind. Die Autoren verweisen auf eine Studie, die zeigt, dass die Verlangsamung der Epidemie sich eher an natürlichen dynamischen Vorgängen orientiert als an politischen Eingriffen. Es wird ebenfalls darauf hingewiesen, dass höhere Reproduktionsraten auch ein Effekt einer steigenden Zahl von Tests sein kann (vgl.: Die Fallzahlen und der Lockdown).

Ausgewertet wird die Wirksamkeit der Maßnahmen in zehn Ländern: England, Frankreich, Deutschland, Iran, Italien, die Niederlande, Spanien, Südkorea, Schweden und die USA. Dabei haben Schweden und Südkorea nur "weiche" Maßnahmen angewendet, wie das Unterbinden von Großveranstaltungen, die Empfehlung eines Sicherheitsabstandes oder Reisewarnungen. Die anderen Länder haben darüberhinaus "harte" Maßnahmen wie Schul- und Betriebsschließungen sowie Ausgangssperren verhängt.

Mit Hilfe des Modells werden zunächst die Wirksamkeiten der individuellen Maßnahmen der einzelnen Länder berechnet, dann die Wirksamkeit der harten Maßnahmen alleine. Dazu wurden die Effekte, die auf die weichen Maßnahmen zurückzuführen sind, von dem Gesamteffekt der Länder abgezogen, die auch harte Maßnahmen verhängt haben.

Das Ergebnis zeigt, dass für alle Länder außer Spanien die Anwendung von Maßnahmen zu einer signifikanten Reduktion der Reproduktionszahl führt. Die durchschnittliche Reproduktionsrate von 32% (R=1,32) ließ sich durch die einzelnen Maßnahmen um bis zu 20% senken, konnte vereinzelt aber auch zu einer deutlichen Erhöhung führen. In der Kombination aller Maßnahmen, lässt sich ein positiver Effekt von 10% in England bis hin zu 33% in Südkorea nachweisen.

Hier schon fällt auf, dass Südkorea und Schweden mit nur weichen Maßnahmen ziemlich gut abschneidet. Wird dies als Bezug genommen, um die Wirkungen der harten Maßnahmen zu isolieren, zeigen diese nur noch einen geringen, überwiegend sogar negativen Effekt. Ein großer Teil der Maßnahmen führt also sogar zur Zunahme der Reproduktionszahl.

Auch bei dem abschließenden Vergleich mit dem neuerlichen Ansteigen der Virusaktivität im Herbst und der daraus folgenden Lockdown-Politik, kommen die Forscher zu dem Urteil, dass harte Lockdown zur Eindämmung der Epidemie nicht geeignet sind. In Bezug auf Alten- und Pflegeheime weisen sie darauf hin, dass die Covid-Todesraten unter härteren Maßnahmen oft sogar höher waren.

Zu berücksichtigen sind neben den epidemiologischen Auswirkungen auch die massiven Kollateralschäden der harten Lockdown, wie erhöhte Selbstmordrate, vernachlässigte oder verschobene Arztbesuche, Vereinsamung und die desaströsen wirtschaftlichen und psychischen Auswirkungen.

Es ist leider anzunehmen, dass die Bundesregierung auch dieses wissenschaftliche Papier ignorieren wird. Sie folgt starr ihrer Agende und der Politik des Lockdowns wie auf Schienen -- wissend, dass diese in eine Sackgasse führt.

Eine Wirksamkeit bei der Epidemie-Bekämpfung ist weder erkennbar noch nachzuweisen. Doch die schon jetzt entstandenen Schäden dürften nicht mehr reparabel sein.

 

Quellen und Verweise:
Benavid e.a.: ASSESSING MANDATORY STAY-AT-HOME AND BUSINESS CLOSURE EFFECTS ON
THE SPREAD OF COVID-19


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