"The Big Reset" – eine kritische Rezension des Filmes

Der Film "The Big Reset" bietet während der Laufzeit von über zwei Stunden eine Menge an Informationen, Zusammenhängen und Zitaten. Vieles davon ist richtig, jedoch wird alles in dem Kontext betrachtet, dass der "Great Reset" schon seit langem geplant und umgesetzt wird. Insofern handelt es sich eher um ein Manifest als eine "Dokumentation".

Aus diesem Grunde sind ein paar kritische Bemerkungen zu dem Film angebracht.

"The Big Reset", der Streifen eines spanischen Filmemachers, zeigt viele wichtige Facetten und Probleme der Corona-Epidemie auf, wie z.B. die extremen Maßnahmen oder auch den Druck auf Ungeimpfte. Einen besonderen Stellenwert erfährt das wichtige Thema der massiven Unterdrückung von Menschen, die dem offiziellen Narrativ widersprechen, insbesondere von Wissenschaftlern.

Doch auch die Probleme, die zu der "Inszenierung" dieser Epidemie geführt haben, der Einfluss und die Verflechtungen von Pharmaindustrie und Hochfinanz werden thematisiert. Insofern bietet der Film viele interessante Informationen und ist in jedem Falle sehenswert. Es kommen jedoch fast ausschließlich Menschen zu Wort, die der Corona-Krise sehr kritisch gegenüber stehen, neutrale oder gar Stimmen aus dem anderen Lager kommen nicht zu Wort, wodurch von vorneherein eine gewisse Einseitigkeit der Betrachtung entsteht (im Gegensatz zu den Filmen "Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit).

Das größere Problem bei dem Film ist jedoch, dass der Macher, wie es der Titel schon andeutet, ohne jegliche Selbstkritik davon ausgeht, dass eine nicht klar spezifierte Gruppe von Menschen bereits seit Jahren versucht, einen Plan für eine neue Gesellschaftsordung umzusetzen.

Die Angst vor Covid-19 wird dabei ausschließlich als Instrument des Great Reset interpretiert, was sich darauf stützt, dass

  • der PCR-Test ein untaugliches Instrument ist, eine Erkrankung festzustellen,
  • die Behauptung, asymptomatisch "Erkrankte" wären sehr infektiös, sich als falsch herausgestellt hat,
  • die WHO als zu einem großen Teil privat finanzierte Institution als alleinige Ratgeberin in medizinischen Fragen nicht vertrauenswürdig ist (im Film wird sie falsch als vollständig privat finanziert dargestellt),
  • das Berechnungsmodell von Fergusson, mit dem schon zuvor falsche Prognosen erstellt wurden, viel zu katastrophale Szenarien darstellt,
  • die Medien sehr stark manipulative und propagandistische Methoden eingesetzt haben, um die Pandemie als besonders gefährlich darzustellen und dass
  • alternative, bekannte und somit nicht mehr monetarisierbare Medikamente unterdrückt wurden, weil dies die Grundlage der Impfungen in Frage gestellt hätte.

Es ist durchaus legitim, eine solche Theorie aufzustellen und sie, wie im Film gemacht, mit Fakten und Indizien zu erhärten. Dazu wird dann allerdings streckenweise grob vereinfacht und pauschalisiert. Darüberhinaus ist die Umsetzung sehr suggestiv. Man sollte diesen Film, der als Dokumentation aufgemacht ist, daher eher als ein Manifest deuten.

Als Beispiel fällt schon am Anfang des Filmes auf, dass die Bilderberger-Treffen und das WEF irgendwie zu einer schwammigen Einheit zusammengefasst werden, von der dann recht pauschal behauptet wird, es sei "ein Casting für diejenigen, die öffentliche Positionen anstreben" (so Heiko Schöning). Es sei diese Gruppe, die seit dem ersten Treffen 1954 eine neue Weltordnung schaffen wolle und daher einen undemokratischen Angriff auf unsere Freiheit gestartet habe.

"Now, if we do a really great job on new vaccines, health care, reproductive health services we could lower that [the world population] by, perhaps, 10 or 15 percent. But there, we see an increase of about 1.3."

Dieser Satz, den Bill Gates öffentlich beim TED gesagt hat, wird sehr prominent als Argument dargestellt, dass hier eine Absicht zu einer Bevölkerungsreduktion durch tödliche Impfungen angekündigt wurde. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass er dies bei einem öffentlichen Vortrag und in diesem Zusammenhang so gemeint hat – da muss man den Faktencheckern ausnahmsweise einmal recht geben.

Die in diesem Film vertretene Theorie bildet nur EINEN Erklärungsansatz für das, was während der Corona-Krise geschehen ist, und diesem Ansatz werden sämtliche Ereignisse untergeordnet. Leider werden dabei andere, vor allem auch weniger monokausale Erklärungen vollständig ausgeblendet und der eigene Ansatz nicht einmal kritisch hinterfragt. Es ist fraglich, ob bereits 1954 in einer völlig anderen Gesellschaft und Weltordnung ein Plan gemacht wurde, der jetzt umgesetzt wird. Ebenso ist es fraglich, ob es überhaupt eine "Gruppe von Drahtziehern" geben kann, die über einen so langen Zeitraum eine so tiefgreifende Einigkeit bewahrt. Die Erfahrung zeigt doch vielmehr, dass es in Menschengruppen, auch wenn sie gemeinsame Interessen vertreten, zu sehr vehementen Konflikten, Diskussionen und oft auch Spaltungen kommt.

Zur Vervollständigung seiner Theorie greift der Regisseur im letzten Drittel des Filmes dann noch die Theorien zu Graphenoxid und Blutooth-Chips in der Impfung auf, die beide höchst fraglich sind. Zur Graphentheorie sei auf den Artikel "Befindet sich Graphenoxid in den Covid-Impfstoffen?" auf diesem Blog verwiesen.

Die vorgestellen Ergebnisse zu den Blutooth-Chips kann ich nur noch als äusserst bizarr bezeichnen. Es ist richtig, dass an der "Kombination" von Chips und Medizin geforscht wird. So finden sich Veröffentlichungen zu implantierbaren Chips (z.B. zur Medikamentengabe) oder auch zu Chips im Nanometerbereich zur Injektion in Zellen. Aber all dies ist noch weit davon entfernt, Mini-PC in die Blutbahnen zu schleusen und ich konnte in meinen Recherchen keinerlei Studien zu Blutooth-Chips in diesem Zusammenhang finden. Es wäre hier auch die Frage, wie man den Energiehunger solcher Chips im Körper stillen könnte, in welcher Form die Antennen integriert wären und letztlich, welchen Sinn das alles überhaupt haben soll – denn für darüberhinausgehende Funktionen wäre wohl nicht mehr viel Platz.

Wer selber erforschen will, ob Geimpfte eine MAC-Adresse haben, kann das an geimpften Personen mit dem eigenen Smartphone testen.

Mein Fazit ist, dass man diesen Film aufgrund der vielen Fakten, den er liefert, gut anschauen kann, aber auch wenn die Bilder und Zitate ein überzeugendes Szenario heraufbeschwören, sollte man nicht alles glauben und auch hier die gegebenen Informationen kritisch hinterfragen.

 


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