Testerei zwischen Uganda und Ruanda

Testerei zwischen Uganda und Ruanda Rwenzori Berg, Bild von Reinout Dujardin auf Pixabay

Unsere Freundin Conny wohnt in Uganda (Mittelost Afrika) und arbeitet im kleinen Nachbarland Ruanda. Als Reaktion auf unseren Artikel vom 8.04.201 "Lassen Sie uns die Testerei als Angstmaschine abschalten!" schickte sie uns diesen haarsträubenden Bericht ihres Pendels zwischen Wohn- und Arbeitsort.

Oh Mann, es ist alles derartig frustrierend... Ich verbrauche enorme Mengen an Geld und Zeit mit den sinnlosen Testen, besonders da ich zwischen Uganda und Ruanda pendle. Das sieht dann so aus:

Vor der Ausreise nach Ruanda oder irgendwohin muss ich einen Test in Uganda machen. Ohne den darf man gar nicht das Land verlassen. PCR-Test. Schnelltest geht nicht. Das kostet mich 60 EUR. Bei der Einreise in Ruanda wird gleich direkt wieder am Flughafen zwangsgetestet, um das Testergebnis aus Uganda (bzw. von überall her) zu "bestätigen": 50 USD.

Das Ergebnis muss man in einem Quarantänehotel abwarten, das man erst verlassen darf, wenn man das Negativ-Ergebnis vorweisen kann, meist innerhalb von 24 Stunden: 60 USD Übernachtungskosten.

Danach darf ich nach Hause.

Möchte ich am Wochenende wieder zurück nach Hause nach Uganda, teste ich schonmal wieder am Donnerstag: 50 USD, um am Freitag fürs Wochenende raus zu fliegen. Möchte ich am Montag zurück zum Arbeitsort, muss ich gleich wieder am Samstag in Uganda testen. Die Testkosten sind also mindestens genauso teuer wie das gesamte Flugticket. All dies wird sich erst ändern bzw. aufgehoben werden, wenn die beiden Länder vollkommen durchgeimpft sind.

Angebliche Sterberate im Zusammenhang mit Covid-19 seit März 2020: in Uganda leicht über 300 in Ruanda 251 Personen. ( Einwohner in Uganda 45 Millionen, Ruanda 12 Millionen). Angezweifelt oder hinterfragt wird dies von keiner Seite. Allerdings ist ansonsten das Leben in Uganda wieder relativ normal.

Ich kann es natürlich auch lassen und nirgendwohin fliegen. Das ist aber schwierig, wenn man so eine große Joint Family und Projekte in Uganda hat wie ich. Irgend ein saurer Apfel gibt es immer, in den ich beißen muss.

Hier hat man nun auch mit dem Massenimpfen begonnen. Wegen 300 Todesfälle in einem Jahr, unglaublich, oder? Das anzusprechen scheint unmöglich. Die Kinder waren ein ganzes Schuljahr zu Hause und haben dementsprechend Respekt vor der schrecklichen Krankheit, genau wie die Eltern.

Diese Welt ist verrückt geworden...

 


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