Ein Gruß vom echten Blautopf

Ein Gruß vom echten Blautopf Bild von 129400 auf Pixabay

Einer unserer Leser wohnt in Blaubeuren, wo der echte Blautopf auch zuhause ist. Es gibt manchmal halt hübsche Zufälle und da ich schon lange ein Kärtchen über den echten Blautopf schreiben wollte, aber dazu nie kam, fragte ich ihn, ob er diese Aufgabe nicht übernehmen wolle. Ich freue mich sehr, dass er zugesagt hat und exklusiv für unseren virtuellen Blautopf diesen schönen Text über den realen Blautopf geschrieben hat.

Der Blautopf bei der Kleinstadt Blaubeuren ist eine der bekanntesten Karstquellen am Fuße der Schwäbischen Alb, und der Ursprung des Flusses Blau. Hier floss vor Hunderttausenden von Jahren die Urdonau.

Es ist der schöne Schein ihrer Oberfläche, der jedes Jahr tausende Besucher anzieht. Das faszinierende Blau des Wassers wird durch den hohen feinen Kalkanteil des Wassers in der Sonnenlichtreflektion hervorgerufen. 

Schon immer war der magische Ort auch eine Quelle von Sagen und Legenden. Eduard Mörike berichtet im 19. Jahrhundert in seiner romantischen Erzählung Die Schöne Lau von einem prächtigen Wasserreich der Nixe am Grunde des Blautopfs, die vom Schwarzen Meer verbannt wurde und so lange dort ausharren sollte, bis sie wieder herzhaft lachen könnte, als Voraussetzung einer glücklichen Schwangerschaft und Rückkehr zu ihrem Gemahl, einem Wassernix am fernen Ende der Donau.

 

Tatsächlich haben in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts Forscher herausgefunden, dass der Blautopf in der Tiefe von etwa 20 Meter einen schmalen Zugang zu einem ausgedehnten Höhlensystem hat, welches sich über Kilometer unter dem Gebirgsmassiv weit verbreitet. 

Und was da zu sehen ist, ist wirklich spektakulär. Beindruckende Steinformationen, enge Gänge, weite Höhlen, wie die 170 Meter lange und 50 Meter hohe „Apokalypse“. Der Entdecker des Systems, Jochen Hasenmayer, der mit einem selbst konstruierten Tauchboot die Pracht der geologischen Formationen erforschte, taufte die erste gefundene Höhle 1985 „Mörikedom“. Noch ist die vollständige Erforschung der "Unterwelt" nicht abgeschlossen.

Man könnte meinen, dass wir vielleicht das Wichtigste übersehen, wenn wir uns nur an dem schönen Schein der Wasseroberfläche erfreuen. Im Stadtmuseum kann man einen virtuellen Eindruck dieser prächtigen Unterwasserwelt bekommen.

Das Wasser des Blautopfs besticht durch seine unirdische Bläue und Klarheit im Sonnenlicht, dennoch ist es nicht rein, man kann es nicht trinken. Die mit Dünger und Pestiziden arbeitende Landwirtschaft auf der Alb hinterlässt leider immer noch ihre Spuren im Wasser.

Aber es gibt auch Zeiten im Jahr, während deren das klare Quellwasser stark lehmig gelb getrübt ist. Besonders nach starken Regengüssen, bei dem aus dem Quelltopf über 20 Tausend Liter in der Sekunde drücken und die Blau beängstigend anschwillt. Meist aber zeigt sich der Blautopf gütlich und sein Wasser plätschert fröhlich in die Blau, wo Wasseramsel und Zwegtaucher, Eisvogel und Gänseseger keine Seltenheit sind.

Verweis:
Rund um den Blautopf

 


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